Am 28. November nahm die Klasse 10.2 an einem Projekttag zum Thema „Wiederkehr rechter Gefahren“ teil, der vom Staatstheater Braunschweig durchgeführt wurde. Der Projekttag verband Workshops, Theaterperformance und Diskussion und setzte sich mit der Kontinuität rechter Ideologien des Nationalsozialismus sowie den Herausforderungen für die Demokratie heute auseinander.
Der Tag begann mit zwei vorbereitenden Workshops. In einem Workshop unter der Leitung des promovierten Historikers Johannes Spohr beschäftigten sich die Schüler:innen mit Fragen zur eigenen Familiengeschichte und mit historischen Kontinuitäten nach 1945. Ergänzend dazu leitete der Theaterpädagoge Merlin Mölders einen spielpraktischen Workshop, in dem mit Körper, Status und Standbildern gearbeitet wurde. Im Anschluss besuchte die Klasse im Aquarium des Kleinen Hauses die Performance „Böse Déjà-Vus“ des Instituts für Widerstand im Postfordismus (eine interdisziplinäre Künstler*innen-Gruppe). Das Stück thematisiert in oft irritierenden und abstrakten Szenen die fehlende Aufarbeitung und das Fortwirken der NS-Ideologie bis heute. Einstellungen sowie die Unfähigkeit über Schuld und Verantwortung zu sprechen, werden von Generation zu Generation weitergegeben. Die damit beabsichtigten Bezüge zum derzeitigen Rechtsruck in der Gesellschaft waren dabei oft nur schwer erkennbar. In der anschließenden Diskussion wurden die vielfältigen Metaphern und irritierenden Inszenierungsansätze erklärt, sodass die gesellschaftliche Relevanz deutlich wurde. Auch wenn die Performance für viele Schüler:innen in ihrer Abstraktheit eine Herausforderung darstellte, hat der ganze Tag starke Eindrücke hinterlassen und zum Nachdenken über Geschichte, Demokratie und Verantwortung angeregt.
(Frau Kuhnt und Frau Marotz)

