Zeitzeugenvortrag

Am 20.01.2026 hatten die Schülerinnen und Schüler des 11. Jahrgangs die besondere Gelegenheit, Geschichte aus erster Hand zu erleben. Der Zeitzeuge Thomas Raufeisen war abermals zu Gast am JSG und berichtete eindrucksvoll aus seinem Leben in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Raufeisen schilderte zunächst seinen persönlichen Lebensweg: Als Oberstufenschüler, in Hannover aufgewachsen, änderte sich sein Leben schlagartig, als sein Vater als sogenannter „Kundschafter des Friedens“ enttarnt wurde. Infolge dessen lebte er zwischen 1979 und 1984 unfreiwillig in der DDR – ein Einschnitt, der ihn unmittelbar mit der Willkür und Repression des SED-Staates konfrontierte.

Besonders bewegend waren die Passagen aus seiner Autobiografie „Ich wurde in die DDR entführt. Von meinem Vater. Er war Spion.“, aus dem Raufeisen vorlas. Darin beschreibt er unter anderem seine (misslungene) Flucht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, den Zusammenstoß mit dem autoritären System sowie seine Inhaftierung und das damit verbundene unvorstellbare Leid, dessen Aufarbeitung für viele Betroffene eine Lebensaufgabe bedeutete. Die eindringlichen Schilderungen machten die Unterschiede zwischen dem Leben in der Bundesrepublik und der DDR auf beklemmende Weise deutlich.

Im anschließenden Gespräch nutzten viele Schülerinnen und Schüler die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Das große Interesse und die intensiven Nachfragen zeigten, wie sehr der Vortrag nachwirkte und zum Nachdenken anregte.

Der Zeitzeugenvortrag bot den Schülerinnen und Schülern eine wertvolle Möglichkeit, sich der Geschichte der DDR nicht nur sachlich, sondern auch emotional und persönlich zu nähern. Raufeisens Erzählungen förderten nicht nur historisches Verständnis, sondern regten auch Empathie und kritische Reflexion über autoritäre Systeme an. Die Veranstaltung endete mit einem herzlichen Dank an den Referenten für diesen eindrucksvollen und nachhaltigen Einblick in eine prägende Epoche deutscher Geschichte.

(Fachgruppe Geschichte)